Mandelentzündung (Tonsillitis)

Die Gaumenmandeln (Tonsillen) liegen am Übergang von der Mundhöhle zum Schlund zwischen dem vorderen und hinteren Gaumenbogen. Sie sind, neben anderen Geweben des Körpers, für die Ausbildung des Immunsystems in den ersten Lebensjahren verantwortlich. Vom ersten bis dritten Lebensjahr werden sie immer größer. Mit Beginn der Pubertät bilden sie sich allmählich wieder zurück. Danach haben die Tonsillen wahrscheinlich keine entscheidende Funktion mehr, sodass deren Entfernung meist auch keinerlei Beschwerden nach sich zieht.

Eine akute Entzündung der Gaumenmandeln nennen die Mediziner Angina tonsillaris oder kurz "Tonsillitis“. Häufig hört man dafür auch den Begriff "Angina".

Bei der Mandelentzündung (Tonsillitis) unterscheidet man folgende Arten:

  • Die akute Mandelentzündung (Tonsillitis acuta, Angina tonsillaris) ist meist eine bakteriell verursachte, plötzlich einsetzende Entzündung der Gaumenmandeln.
  • Die chronische Mandelentzündung (Tonsillitis chronica) ist charakterisiert durch Beschwerden, die länger als drei Monate dauern. Oft ist diese Form jedoch symptomarm.

Ursachen

Die akute Mandelentzündung wird einerseits durch Tröpfcheninfektion übertragen, andererseits sind die Verursacher dieser Krankheit auch pathogene Keime aus unserer Mundflora. Manchmal sind die Erreger Viren, meist handelt es sich dabei um Bakterien, wie z.B. Streptokokken. Es können aber auch andere Erreger wie z.B. Pneumokokken, Haemophilius influenzae oder Staphylokokken dafür verantwortlich sein. Begünstigt wird die Wahrscheinlichkeit an einer akuten Entzündung der Mandeln zu erkranken, durch eine allgemein geschwächte Immunabwehr, z.B. in Folge von Stress. Die bereits vorhandenen Bakterien haben dann große Chancen, sich zu vermehren.

Symptome

Der Patient leidet an mehr oder weniger starken Schluckbeschwerden. Bei einem Blick in den Spiegel sieht er die weißen bis gelblichen Beläge auf den geröteten und geschwollenen Mandeln. Seine Lymphknoten sind im Kiefernwinkel schmerzhaft geschwollen. Die Sprache des Patienten klingt verwaschen. Auch ein unangenehmer Mundgeruch kann mit einer Entzündung der Mandeln einhergehen. Der aufgrund der Entzündung vermehrte Speichelfluss zwingt ihn, viel und oft zu schlucken, was dann besonders unangenehm ist. Auch der Versuch, den Mund zu öffnen, kann oftmals heftige Schmerzen bereiten. Beim Schlucken kann es zu unangenehmen Stichen im Ohr kommen. Weitere Symptome: allgemeines Krankheitsgefühl mit Kopfschmerz und Abgeschlagenheit und Fieber. Bei Kindern fällt das Fieber meist höher aus als bei Erwachsenen.

Komplikationen

Es ist wichtig, dass sich aus einer akuten Mandelentzündung keine chronische Mandelentzündung entwickelt. Das Entzündungsgeschehen droht chronisch zu werden, wenn sich nach längerem Fortdauern der Erkrankung Stoffwechselprodukte der Bakterien und abgestorbene Zellen im Mandelgewebe ablagern. Dort sorgen sie dafür, dass die Entzündung weiterhin aufrecht gehalten wird. Die Folge: Das Gewebe vernarbt und zerklüftet, die Entzündungen finden immer neuen Nährboden. Dieser anhaltende Entzündungsherd kann zu erheblichen Folgeerkrankungen führen, denn das ständige Vorhandensein von Bakterien begünstigt die Entstehung von weiteren entzündlichen Erkrankungen. Diese Infektionsherde sind sie dann eine ständige Belastung für den Körper. Dann sind Herz, Nieren und Gelenke besonders gefährdet.

Eine weitere Komplikation der Mandelentzündung wäre eine Eiteransammlung im umgebenen Gewebe. In der Fachsprache nennt man dies Peritonsillarabzess. Anzeichen hierfür sind erneute, meist einseitige Schluckschmerzen, eine schmerzhafte, erschwerte Mundöffnung sowie ansteigendes Fieber und eine kloßige Sprache. Eine Gefahr besteht darin, dass die Keime in die Blutbahn eindringen und sich im ganzen Körper ausbreiten. Dies kann zu schweren Erkrankungen in anderen Organen führen.

Wann zum Arzt?

Bemerkt der Betroffene zunehmende Schmerzen beim Schlucken, ein ausgeprägtes Krankheitsgefühl und ist nach zwei Tagen noch keine Besserung aufgetreten, sollte ein Arzt aufgesucht werden.

Kontakt

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Robert. Bodlaj

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