Speicheldrüsen

Speichel, der von den Speicheldrüsen produziert wird und in der Mundhöhle verteilt wird, dient dazu, den Mund feucht  zuhalten und Nahrung aufzuweichen sowie das Geschmacksempfinden zu verstärken. Insgesamt produzieren die Speicheldrüsen etwa 0,5 bis 1,5 l Speichel pro Tag. Im Speichel sind teilweise schon stärke-spaltende Enzyme (Amylasen) gelöst. Aus diesem Grund werden die Speicheldrüsen zum Verdauungssystem hinzugezählt. Der Speichel enthält aber auch sogenannte Immunglobuline, vor allem das Immunglobulin A (IgA). Diese haben die Aufgabe, die Mund-schleimhaut gegen Krankheitskeime zu schützen. Die Steuerung der Speichelsekretion erfolgt über das Vegetative Nervensystem.

Man unterscheidet große und kleine Drüsen.

Große Drüsen:

  • Ohrspeicheldrüse (Glandula parotis),
  • die Unterkieferspeicheldrüse (Glandula submandibularis)
  • Unterzungenspeicheldrüse (Gandula sublingualis).

Die kleinen Speicheldrüsen befinden sich in der Lippen-, Wangen- und Gaumenschleimhaut.

Ursachen für Entzündungen

Infektionen durch Bakterien oder Viren (z.B. Mumps) können zu schmerzhaften Entzündungen der Speicheldrüsen führen. Andererseits können Speichelsteine für die Entzündung verantwortlich sein, die den Ausführungsgang der Drüse so verlegen, dass es zu einem Speichelrückstau kommt. Im gestauten Sekret vermehren sich Bakterien oder Viren und führen zur Entzündung. Jährlich erkranken in Deutschland zwischen 2.200 und 5.000 Menschen an behandlungsbedürftigen Speichelsteinen. Die Erkrankung tritt gehäuft zwischen dem 30. und 50. Lebensjahr auf.

Die Speichelsteine bestehen vorwiegend aus Kalziumphosphat und -karbonat. Ursachen der Speichelsteinbildung sind Veränderungen der Speichelzusammensetzung, z.B. bei Hyperkalzämie, Diabetes mellitus oder Gicht. Es gibt allerdings Patienten, die eine gewisse Tendenz zur Bildung von Steinen aufweisen, deshalb leiden sie gleichzeitig auch an Gallen- oder Nierensteinen. Die Größe von Speichelsteinen kann wenige Millimeter bis zu ca. zwei Zentimetern betragen.

Symptome

  • Speicheldrüsenentzündungen treten meist plötzlich und einseitig auf (Mumps oft beidseitig).
  • Die betroffene Drüse schwillt an, wird hart und schmerzt. Erhöhte Temperatur.
  • Hautrötung und –erwärmung über der Drüse.
  • Die Schwellung und die Schmerzen nehmen bei Essen zu (vermehrte Speichelbildung).
  • Manchmal entleert sich Eiter in den Mund und verursacht einen unangenehmen Geschmack.
  • Kaubeschwerden bei der Entzündung der Ohrspeicheldrüse, wegen lokaler Nähe von Kiefergelenk und Kaumuskulatur.
  • Beschwerden beim Öffnen des Mundes.

Komplikationen

Es muss vermieden werden, dass sich ein Abszess (abgekapselte Eiterhöhle) entwickelt. Der Abszess könnte aufbrechen und sich nach außen durch die Haut oder in das benachbarte Halsgewebe entleeren. Ein Abszess birgt zudem das Risiko, dass die Bakterien in die Umgebung oder gar ins Blut geraten. Letzteres kann eine unter Umständen lebensbedrohliche Blutvergiftung (Sepsis) nach sich ziehen.

Chronisch auftretende Speicheldrüsenentzündungen führen zu einer Vernarbung und Atrophie des Gewebes. Speichel wird dann kaum noch produziert und die Drüse ist dann als derber Knoten tastbar.

Kontakt

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Robert. Bodlaj

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